Jestatten bittesehr, ben Mrs. Binär
Weil ich zwesche aan und us nix kenne
Et es wie verhex: Ich kann nor met janzem Hätz!
Ejal, wat mer maache, kein halve Saache
Dun et richtig oder loss et sin!

Mike Kremer – Miljö, Null oder Hundert

Wenig wusste ich auf was ich mich einlasse, als unser erster Hund Oskar zu uns zog. Und schon gar keine Ahnung hatte ich was sich nach einer Hundetrainerausbildung alles ändern würde.

Mit Oskar bin ich zur Jagd gekommen. Augen auf beim Eierkauf – ein Vizsla ist ein Jagdhund und sollte auch als solcher verstanden, gefördert und ausgelastet werden. Von der Jagd wusste ich nichts und von der Ausbildung eines Hundes auch nicht. Auf mein Bauchgefühl hören? Das war längst kaputt, durch eine toxische Hundebubble und scheinbar perfekter Social Media Welt. – Nur bei mir schien das nix zu werden.

Was wirklich wertschätzende Arbeit bedeutet habe ich durch Michael Grewe, Gründer von Canis Kynos gelernt. Mein Wissensdurst was dieses Fellwesen in unserem Haushalt betrifft hat mich an vielen spannenden Stationen vorbei geführt, die Ausbildung bei Canis war dabei sicherlich ein nennenswertes Highlight, auch meine Zertifizierung durch die Tierärzte Kammer Schleswig Holstein.

Ich führe meine Hunde im aktiven Jagdbetrieb und auch auf internationalen Wettkämpfen.
Mit dem zweiten Hund habe ich noch mal eine andere Seite der Jagd mit Hund kennen lernen dürfen: Das Field Trial. Strahlende Hundeaugen bei der Arbeit, Stolz wenn eine Suche erfolgreich war oder der Blick, der an ein breites Grinsen, fröhliches Lachen erinnert, wenn er über den bauchhohen Senf „fliegt“ – dass ist das, was mich wirklich berührt.

In den Jagd- und Wettkampffreien Zeiten laste ich meine Hunde mit Dummyarbeit und Geruchsfährten aus. Jagdliches Ersatztraining setzt an den gleichen Rezeptoren an wie „echte Jagd“, ideal also zur Auslastung so aktiver Hunde.

Was ist mit der Camera?

Ja mit der, oder besser denen und meiner Reiselust fing Hundivagabundi an. Fotografie faszinierte mich schon als Kind, Ich erinnere mich an eine Plastikspielzeug als Kind in dem ich mir per Knopfdruck durch eine Art Sucher immer zwischen den ewig 5 gleichen Bildern hin und herschalten konnte, mich beschäftige es eine geraume Weile. Das Festhalten von Bildern, Polarois, Lochbildkameras und auf Film, und später versuchte ich mich selbst in der schwarz-weiß-Entwicklung von meinen in der Lomos geschossenen Bildern. Einige Exoten sind über die Jahre ein und wieder ausgezogen, jetzt nenne ich aktuell eine spiegelose Mainstream Kamera mein Eigen, die erste mit Vollformatsensor. Was ich wirklich klasse finde ist, das ich jetzt schon im Display sehen kann, wie das Ergebnis ist, bevor ich abdrücke, ich habe weniger Datenmüll, allerdings auch weniger – manchmal künstlerische – Überrraschungen wie so über die Jahre. An den Bildausschnitt habe ich mich noch nicht ganz gewöhnt. und ja, analog gibts hier auch noch.

Und sonst so?

Als Rheinländerin hat es mich beruflich nach Bayern verschlagen und der Liebe wegen bin ich geblieben. Die Einschläge der Kulturschocks kommen nach 10 Jahren nicht mehr so häufig, an meinem rheinischen Optimismus hab ich aber auch nichts eingebüst.

Met ner Pappnas jebore, d’r Dom en d’r Täsch
Han mer uns jeschwore: „Mir jonn unsre Wääch“
Alles, wat mer krieje künne, nemme mir och met
Weil et jede Aureblick nur eimol jitt

Höhner Intro Viva COLONIA